Fahrrad und Pedelec
Sauber durch Stadt und Land

Pflege und Inspektion deines geliebten 2-Rades

Kettenschaltung und Scheibenbremse am Hinterrad

Ich möchte euch hier an dieser Stelle ein paar Tipps und Anregungen geben damit euer geliebtes Bike lange seinen Glanz behält und immer Verkehrstüchtig und Fahrbereit bleibt! Es geht hier nicht um Professionelle Sportgeräte wie Rennräder oder MTB's die ganz sicher noch mehr Aufmerksamkeit benötigen. Ich gebe euch hier nur allgemeine Tipps und Anregungen für normale Fahrräder & Pedelecs die ja auch normale Fahrräder sind. Als ganz wichtigen Tipp möchte ich euch raten euer Bike niemals mit einem Hochdruckreiniger abzusprühen. Es kann passieren das in Lager und Abdichtungen Wasser eindringt und dort zum Schaden führt. Bei meinem ersten Pedelec habe ich das öfter gemacht. Nach 2 Jahren war der Tretlagersensor defekt. Es war noch Gewährleistung drauf und ich bekam das Lager mit allem was dazu gehört ersetzt. Glück gehabt! Auch bei Fahrrädern sollte man das lassen denn der Druck ist einfach zu hoch. Dadurch dringt Wasser in alle Ecken vor allem aber rostet innen das Tretlager. Eine Reinigung mit einem feuchten Tuch und Spüli geht genauso gut wie extra Reinigunsmittel aus der Sprühflasche. 

Tägliche Überprüfung

Ja vor jeder Fahrt sollten ein paar Dinge beachtet werden:

  1. Luft prüfen!  Das muss nicht täglich mit einem Prüfgerät gemacht werden. Eine Sichtprüfung und mit dem Daumen prüfen reicht völlig aus. Der Reifen darf sich dabei so gut wie nicht zusammendrücken lassen. Den richtigen Luftdruck lesen wir auf dem Fahrradmantel (Reifen) ab. Er ist angegeben in bar und darf nicht überschritten werden. Bei Modernen Reifen liegt er bei ca. 5 bar. Als Faustregel gilt: Je höher der Luftdruck um so leichter rollt das Rad. Beim Pedelec um so größer wird die Reichweite. Aber der Komfort leidet mit hohem Luftdruck. Jede kleine Unebenheit wird auf die Arme und den Popo übertragen. Da muss man oder Frau den richtigen Kompromiss finden. Abhilfe schaffen da eine gefederte Sattelstütze und eine Federgabel. 
  2. Licht prüfen! Wer mit defektem Licht losfährt ist dann schon einen Schritt näher am Grab! Ja so krass muss man es ausdrücken. Wenn ich etwas zu sagen hätte würde jeder Verkehrsteilnehmer der ohne Licht fährt eine saftige Strafe bekommen. Da gäbe es keine Ausnahme. Täglich begegne ich Menschen die mit defektem oder ausgeschaltetem Licht fahren. Bitte Leute fahrt nie ohne Licht auch am Tage nicht! Wem der Dynamo zu schwer gängig ist der kann sich ja eine Akkubeleuchtung anschaffen. Vor jeder Fahrt prüft bitte euer Vorderlicht und euer Rücklicht. Das Licht ist nicht zum sehen, sondern um gesehen zu werden. Mit funktionierendem Licht werdet ihr mindestens doppelt so gut erkannt. Wer ohne Licht fährt ist rücksichtslos und unverantwortlich. 
  3. Bremsen prüfen! Vor jeder Fahrt sollten die Bremsen einmal betätigt werden, ohne das man auf dem Rad sitzt sollten beide Räder zum blockieren gebracht werden. Ohne diesen nur Sekunden dauernden Bremsen-check kann dein leben an der nächsten Kreuzung oder Einmündung zu ende sein! Funktionierende Bremsen sind deine Lebensversicherung! Wenn du beim Bremsen-Check feststellst das die Bremsen nicht ordnungsgemäß funktionieren oder laute Geräusche von sich geben musst du die Bremsen einer Sichtprüfung unterziehen. Sind die Bremsbeläge alt, verschlissen oder gar nicht vorhanden? Sind bei Felgenbremsen vielleicht die Felgen verschlissen? Solltest du nichts finden können muss das Rad unbedingt zur Reparatur. Eine Fachwerkstatt mit einem Zweiradmechaniker-Meister ist hier die richtige Wahl. 
  4. Allgemeine Sicht und Horchprüfung! Schau dir vor jeder Fahrt dein Bike einmal an ob du etwas ungewöhnliches feststellen kannst. Ein loses Schutzblech oder eine schwer gängige Lenkung werden so schnell erkannt. Wenn du dann losgefahren bist horche mal nach ungewöhnlichen Geräuschen. Ein leichtes scheppern oder ein Schleifgeräusch sollte nicht ignoriert werden. Solche Geräusche deuten meistens auf einen Defekt hin und sollten schnell behoben werden. Oft geht es eine ganze weile gut doch dann kommt das dicke ende. Eine Reifenpanne oder der Ausfall der elektrischen Anlage sind oft die Folge. 

 

 

Inspektion

Eine Inspektion ist einmal im Monat oder alle 300 bis 500 Kilometer notwendig. Die Inspektion kann jeder selbst durchführen oder beim Fachmann durchführen lassen. Bei einer Inspektion prüfst du den Reifendruck der nicht höher sein darf als auf dem Mantel angegeben. Der Druck wird in bar gemessen. Üblicherweise sollten Moderne Reifen etwa 4 bis 5 bar Druck aufweisen. Der Luftdruck verschwindet mit der Zeit, wie ist das möglich? Das hat was mit Physik zu tun! Wenn du deine Reifen mit normaler Luft füllst enthält die ca. 21% Sauerstoff. Sauerstoff hat die Eigenschaft durch Gummi und andere Kunststoffe zu diffundieren. Also fällt der Luftdruck im Reifen mit der Zeit um 21%, da der Sauerstoff aus dem Reifen entweicht! In einen Fahrradreifen passt ja nicht sehr viel Luft und so macht sich der Sauerstoff Verlust recht schnell bemerkbar. Es gibt bei vielen Fahrradhändlern auch die Möglichkeit die Reifen mit Stickstoff befüllen zu lassen. Stickstoff diffundiert nicht, kostet aber Geld. Bei der Inspektion werden die Reifen und Felgen genau angeschaut und auf Beschädigung und Verschleiß geprüft. Die Speichen der Laufräder werden auf festen Sitz geprüft. Hier bitte nicht anfangen und einzelne lose Speichen nach zu ziehen. Beschädigte oder lose sitzende Speichen müssen vom Fachmann repariert oder ersetzt werden. Die Räder müssen anschließend wieder justiert und zentriert werden. Das können nur Laien mit sehr viel Erfahrung und Handwerklichem Geschick oder ausgebildete Zweiradmechaniker. So eine Speichenreparatur kostet beim Händler pro Rad ca. 25 Euro also kein Vermögen! Bei der Inspektion werden auch die Bremsen und Bremsbeläge genau auf Verschleiß und Beschädigungen und ganz bestimmt auf korrekte Funktion geprüft. Es gibt eigentlich nur zwei vernünftige Bremsarten. Das sind die Felgenbremsen oder die Scheibenbremsen. Beide gibt es mit Bowdenzug oder Hydraulisch. Felgenbremsen sind Wartungsintensiver und sie verstellen sich leicht oder die Beläge laufen einseitig ab. Scheibenbremsen die dann auch noch Hydraulisch betrieben werden sind nicht so Wartungsintensiv und die Bremshebel bleiben immer in der gleichen Stellung. Nur die Belege nutzen sich ab. Die Beläge müssen kontrolliert werden und bei Verschleiß ausgetauscht werden. Das ist sehr einfach, im Zweifel im Handbuch nachsehen. Oder den Fachmann aufsuchen! Alte harte oder abgenutzte Beläge von Felgenbremsen müssen auch und zwar immer paarweise ausgewechselt werden. Das austauschen und richtige einstellen ist etwas fummelig und Zeitaufwendig bis alles richtig passt. Auch hier im Zweifel besser zum Fachmann. 

Dann ist da noch der Antrieb, der eine Kette mit verschieden vielen Kettenrädern (vorne) und verschieden vielen Ritzeln (hinten) haben kann. Wenn du eine Kettenschaltung hast (siehe bild rechts) befinden sich am Hinterrad verschieden große Ritzel (Zahnräder). An der Tretkurbel gibt es ein zwei oder mehr Kettenräder (große Zahnräder). Bei einer Nabenschaltung befinden sich die Ritzel in der Nabe und du siehst nur ein Ritzel hinten und ein Kettenrad vorne. Ganz Moderne Räder besitzen einen Zahnriemen statt einer Kette. Zahnriemen sind Wartungsfrei und dürfen nicht geölt oder gefettet werden!! Eine Sichtprüfung reicht hier aus, wenn keine Beschädigungen zu sehen sind ist die Antriebs-Inspektion schon erledigt. Hast du eine Nabenschaltung muss bei der Inspektion die Kette gereinigt und anschließend neu geölt werden. Die Kettenspannung prüfen / einstellen und eventuell die Kette mit einer Kettenlehre prüfen. Auch hier hilft das Handbuch oder der Fachmann. Ketten halten unterschiedlich lange bei Nabenschaltungen erheblich länger als bei Kettenschaltungen. Kettenschaltungen sind am Wartungsintensivsten aber das sieht ja auch jeder der beide Schaltungsarten kennt. Die Kette vor dem Reinigen mit der Kettenlehre prüfen, denn wenn sie schon ein paar Jahre alt ist und mehrere tausend Kilometer auf dem Buckel hat muss sie eventuell ausgetauscht werden. Dann kannst du dir das reinigen sparen! Kettenschaltungen müssen bei einer Inspektion komplett gereinigt werden, auch die Ritzel und die Zwischenräume und die Kettenräder natürlich nicht vergessen. Es gibt verschiedene Hilfsmittel im Handel. Ein mit Petroleum getränkter Lappen um die Kette gewickelt und dann langsam an der Kurbel drehen ist die alte Schule. Es gibt aber auch Ketten Reinigungsgeräte die diese Arbeit erleichtern. Schmutzig ist diese Arbeit auf jeden Fall. Wenn alles gut gereinigt ist und der Lappen sauber bleibt wird die Kette mit einem sehr guten Kettenöl Glied für Glied wieder neu geölt. Zur Kettenreinigung nehmen manche auch Bremsenreiniger anschließend ist die Kette völlig ausgetrocknet und der Ölung muss noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Kettenspannung stellt sich selber ein da musst du nichts machen. Das einstellen und prüfen des Antriebs werden wir im nächsten Kapitel behandeln. So jetzt noch das Lenkkopflager prüfen, dazu betätigst du die Vorderbremse und drückst den Lenker ein paar mal nach vorne. Du darfst jetzt kein Spiel spüren es darf auch nicht klacken. Dann das Fahrrad vorne anheben und den Lenker loslassen. Der Lenker und das Vorderrad müssen jetzt leicht nach rechts oder links einschlagen ohne das du den Lenker berührst. Wenn die Lenkung schwer gängig ist muss unbedingt bei einem Fachmann die Lenkung geprüft werden. Fahren mit schwer gängiger Lenkung führt unweigerlich zum Sturz!! Ist das Spiel zu groß muss es eingestellt werden. Diese Einstellung kannst du dir im Video auf der Seite
Reparaturen ansehen. So wenn du dann noch alle vorhandenen Schrauben auf festen Sitz prüfst und anschließend bei der Probefahrt alles in Butter ist hast du deine 1. Inspektion hinter dich gebracht.