Fahrrad und Pedelec
Sauber durch Stadt und Land

Schaltung & Antrieb 

Nexus 7 Gang Nabe

Wenn wir früher mit max. 3 Gängen ausgekommen sind, kam die Zeit da mussten es 24 Gänge oder mehr sein. Für ein Fahrrad oder Pedelec das zum Alltags-fahren und einkaufen aber auch mal für einen Ausflug oder eine Fahrradtour genutzt werden soll sind 9 Gänge die obere Grenze. Ob man eine Nabenschaltung oder eine Kettenschaltung bevorzugt hängt davon ab mit welcher Schaltung man zurecht kommt. Eigentlich ist es Gewöhnungs Sache. Denn beide Schaltungen haben zwar eines gemeinsam, sie schalten in verschiedene Übersetzungen. Je kleiner der Gang umso einfacher geht das treten und um so geringer wird die Höchstgeschwindigkeit. Das war es aber auch schon. Die beiden Schaltarten machen fast 100% der verbauten Schaltungen aus, den Markt teilen sich 2 - 3 bekannte Marken mit unzähligen Varianten, Jedes Jahr kommt wieder etwas dazu. Das geht soweit das es inzwischen schon Schaltwerke gibt die elektronisch arbeiten. Es gibt auch Schaltungen die aus Ketten und Nabenschaltung kombiniert werden. Bei Modernen Rädern werden wohl immer mehr zwei Schalthebel montiert die mit Zeigefinger und Daumen betätigt werden. Bei meinem aktuellen CUBE Hybrid ist der unter Hebel zum Hochschalten und der vordere für den Daumen zum runterschalten. Beim Scott meiner Frau mit Nabenschaltung ist das genau umgekehrt. Geschaltet wird bei beiden Schaltarten nach Möglichkeit ohne Last. Beim Rad mit Kettenschaltung beim treten, bei der Nabenschaltung, jedenfalls bei der Nexus 8-Gang schaltet es nur wenn du komplett aufhörst zu treten. Ich hatte vor diesem Rad ein Rad mit Nexus 7 Gang Schaltung da schaltete die Schaltung auch wenn ich nicht komplett aufgehört hatte zu treten. Ich habe mich bei dem Neukauf für Kettenschaltung entschieden und bis jetzt nicht bereut. 

Eine Kettenschaltung besteht aus einigen Komponenten und Teilen! Das Schaltwerk (am Hinterrad), die Kassette mit mehreren Ritzeln. (am Hinterrad), einem bis drei Zahnkränzen (an der Tretkurbel) einer Kette mit der die Tretkraft vom Zahnkranz zum Ritzel und auf das Hinterrad übertragen wird. Ein sogenannter Umwerfer wird nötig wenn an der Tretkurbel mehr als ein Zahnkranz verbaut ist. Durch die Verstellung der Kette wird diese auf das gewünschte Zahnrad gehebelt und von einen in den anderen Gang geschaltet. Vorne am Zahnkranz übernimmt diesen Prozess der Umwerfer, hinten an der Kassette das Schaltwerk. Die Übersetzungsbandbreite ist wichtiger als die Menge an Gängen. Wenn die Übersetzungsbandbreite bei 500% liegt kommt das Fahrrad im größten Gang mit einer Kurbelumdrehung 5 mal weiter als im kleinsten Gang. Beim Cityrad genügen 300% beim Sportgerät sind es meist 500% und mehr. 


Wie funktioniert jetzt eine Kettenschaltung? 

9 Gang Kettenschaltung

Am Beispiel einer 9 Gang Kettenschaltung will ich versuchen das zu erklären! Bei der 9 Gangschaltung ist vorne nur ein Kettenblatt an der Kurbel verbaut und hinten eine Kassette mit 9 Ritzeln = 9 Gänge. Wenn jetzt mit Hilfe der Schalthebel am Lenker gezogen oder gedrückt wird sorgt das Schaltwerk dafür das die Kette zum Rad hingedrückt wird oder vom Rad weg gezogen wird. Jeder druck oder zug am Schalthebel sorgt für den Wechsel eines Gangs. Übertragen wird das ganze normalerweise mit Bowdenzügen, es gibt aber auch elektronische Schaltwerke die mit Stellmotoren arbeiten. Auf jeden Fall unterliegt dieser Antriebsstrang einem enorm starken Verschleiß. Dafür sind die Komponenten aber auch preiswert. Wenn ein Fahrrad mit Nabenschaltung gefahren wird hält eine Kette bis zu 100.000 Kilometer. Bei gleicher Fahrweise mit dem gleichen Rad aber mit Kettenschaltung ca. 7000 Kilometer. Bei einem Mountainbike mit Einsatz im Matsch, Wasser oder Sand kann die Kette schon nach 1000 Kilometern hin sein! Ritzel unterliegen auch hohem Verschleiß die Ritzel die am meisten benutzt werden müssen manchmal schon mit der Kette getauscht werden. Bei manchen Kassetten kann man die Ritzel einzeln auswechseln bei anderen muss die ganze Kassette ausgetauscht werden. Die Gangabstufung kann durch den Tausch mit einer anderen Kassette einfach verändert werden. 

Fazit

Die Kettenschaltung schaltet schneller als eine Nabenschaltung. Sie läuft leichter wenn sie gepflegt wird. Die Kettenschaltung unterliegt großem Verschleiß ist aber sehr Preiswert. Man kann leicht die Übersetzung so ändern wie man es möchte. Es können einzelne Elemente leicht ausgetauscht werden, es liegt ja alles frei. Da kommen wir zu einem weiteren Nachteil. Die freilaufende Kette kann nur zum Teil abgedeckt werden, oft ist sie auch gar nicht abgedeckt weil so ne Abdeckung uncool ist. Mit guter Sonntagshose zu fahren ist ein wenig riskant. Die schwarzen Streifen und Flecken von einer öligen schmutzigen Kette gehen verdammt schwer raus!! 


Wie funktioniert denn eine Nabenschaltung?

Schaltgriff einer Nabenschaltung

Ich setze mal voraus das jeder weiß was eine Hinterradnabe ist und wo diese zu finden ist. Am Hinterrad und zwar genau in der Mitte. Je nachdem was sich dort drin befindet fällt die Nabe kleiner oder größer aus. In der Nabe ist bei einer Nabenschaltung das Getriebe untergebracht. Ja erstaunlich was in son kleines Teil reinpasst. 8 Gänge ist glaube ich im Moment Standard. Das kann sich aber schnell ändern die Entwicklung geht immer weiter. Also viele Zahnräder die so angeordnet sind das 8 verschiedene Übersetzungen zustande kommen wenn der entsprechende Gang gewählt wird. Das geschieht oft durch einen Drehgriff am Lenker, doch auch immer öfter durch 2 Schalthebel am Lenker die durch den Zeigefinger und Daumen der rechten Hand betätigt werden. Die Übertragung wird normalerweise durch Bowdenzüge realisiert. Welcher Hebel jetzt zum Runterschalten gedacht ist kann man pauschal nicht sagen das ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Die Nabenschaltung schaltet nur wenn man aufhört zu treten, bei manchen Schaltungen geht es auch wenn man Tritt aber ohne Druck. Es gibt Nabenschaltungen auch als Stufenlose Getriebe. Hier sind keine Gänge vorgegeben, die Verstellung geht von tief nach hoch und umgekehrt Stufenlos. Für die Kraftübertragung sorgen hier Kugeln statt Zahnräder. Die Kugeln sitzen auf Ringen die von links nach rechts und umgekehrt in der Nabe verschoben werden. Die Schaltung ist unter dem Namen Nuvinci bekannt. 


Fazit

Nabenschaltung mit Zahnriemenantrieb

Die Nabenschaltung ist teuer, aber sehr haltbar und fast Wartungsfrei. Als Ausführung mit Zahnrädern ist die Motorisierung begrenzt, weil diese Schaltung auf Dauer einem starken Tritt mit starkem Motor nicht standhält. Starke Pedelecs, S-Pedelec oder E-Bikes sollten deshalb mit Nuvinci, oder Kettenschaltung ausgerüstet sein. Reinigungs und einstell-arbeiten sind sehr einfach und von jedem Fahrer zu bewältigen. Wenn dann noch ein Zahnriemen zur Übertragung ins Spiel kommt ist der Antriebsstrang fast Wartungsfrei! Hosenbeine können dann auch nicht verschmutzen. Selbst mit Kette nicht wenn man eine komplett-Abdeckung wählt wie Beispielsweise der Chainglider. Die Nabenschaltung hat aber noch zwei entscheidende Nachteile, die Reparatur oder der Austausch ist sehr teuer und ein Wechsel der Übersetzung nicht oder nur schwer möglich. Für Sportler kommt diese Schaltung nicht in Frage auch deshalb weil sie den hohen Kräften nicht standhalten kann.


Welche Schaltung ist für mich die beste? 

Wenn du normaler Radfahrer/Fahrerin bist der zum Einkaufen, zur Post, oder Ins Schwimmbad fährt. Gerne mal eine kleinere Tour machen möchte oder eine kurze Strecke zur Arbeit fährt. Wenn du keine Lust auf schrauben und reinigen hast, dann kann ich dir eine Nabenschaltung empfehlen. 

 

Hast du hingegen sportliche Ambitionen hast oder willst du mit einem starken e-motor unterwegs sein. Wohnst du in den Bergen und musst große Höhenunterschiede bewältigen. Ist deine Jugendliche Kraft in den Oberschenkeln unbändig. Möchtest du eventuell die Übersetzung an verschiedene Gegebenheiten Anpassen ist die Kettenschaltung für dich die richtige.